Tribord Expedition X900 1P High Pressure Kajak
Fazit
Preis zur Zeit der Erstellung | 1189,99 €
Gesamtbewertung | 80 von 100
Pros - Hohe Geschwindigkeit, ausgezeichnetes Ruder, sehr steif, guter Stauraum
Cons - Mögliche Qualitätsprobleme, schwierig zu verpacken
Fazit - Ein hochwertiges, tragbares Kajak mit kleineren Eigenheiten
Technische Daten
Größe aufgestellt - 500 x 60 cm
Gewicht - 21.5 kg
Tragfähigkeit - 150 kg
Größe verpackt - 80 / 95 x 50 cm
Unsere Analyse & Bewertungen
Das Tribord Expedition 1P X900 High Pressure Kajak wurde als „großer Bruder“ des beliebten Itiwit X500 konzipiert. Da Tribord nun Itiwit übernommen hat, baut dieses Modell auf jahrelanger Entwicklungsarbeit auf und zielt darauf ab, die Transportfreundlichkeit eines Schlauchboots mit der Geschwindigkeit und Spurtreue eines Hartschalen-Tourenkajaks zu verbinden. Mit einer Länge von 5 Metern und einem Gewicht von 21,5 kg wird es als echtes Expeditionskajak vermarktet, das für mehrtägige Touren auf See und auf Flüssen geeignet ist. In diesem Tribord-Testbericht behandeln wir alles von Leistung und Konstruktion bis hin zu Aufbau, Komfort und praktischen Nachteilen.
Performance - Das Tribord X900 ist schnell und gleitet gut; mit einer Reisegeschwindigkeit von bis zu 9 km/h kann es mit Hartschalen-Seekajaks mithalten, was für ein Schlauchboot beeindruckend ist. Die schmale Breite von 60 cm sorgt für Schnelligkeit, bedeutet aber auch, dass Anfänger es möglicherweise als etwas kippelig empfinden, bis sie sich daran gewöhnt haben. Im Vergleich zu früheren Versionen des X500 liegt die Seitenstabilität irgendwo in der Mitte: Es ist stabiler als das erste X500, aber nicht ganz so fehlerverzeihend wie die Zweierversion. Das integrierte Rudersystem ist besonders hilfreich beim Paddeln gegen Wind oder Wellen und vermittelt ein Gefühl der Kontrolle, das früheren Modellen fehlte. Das Wenden verläuft sanft und vorhersehbar, und die Form des Kajaks ermöglicht es, es auch beladen zu rollen – ein wichtiger Aspekt für fortgeschrittene Seekajakfahrer.
Konstruktion - Das Tribord hat im gesamten Rumpf verstärktes Drop-Stitch-Material verwendet, wodurch das Kajak nach dem Aufpumpen auf hohen Druck seine Steifigkeit und ein hartschalenähnliches Gefühl erhält. Diese Technologie macht es extrem steif und dennoch kompakt genug, um es in einen Rucksack zu falten. Die Trennwände sind heißverschweißt und gut abgedichtet, mit separaten Luftkammern für mehr Sicherheit im Falle einer Panne. Bevor wir unser Kajak ausprobierten, hatten wir Bewertungen anderer gelesen, in denen von schrägen Klebestellen, lockeren Kniepolstern, defekten Sitzkissen oder schwachen Befestigungspunkten berichtet wurde. Unser Kajak war gut verarbeitet und robust, mit nur geringfügigen optischen Mängeln. Wenn alles ordnungsgemäß zusammengebaut ist, fühlt sich die Konstruktion solide und hochwertig an, aber Decathlon (die Muttermarke von Tribord) hat in puncto Konsistenz eindeutig noch Verbesserungspotenzial.
Auf-/Abbau - Das Aufpumpen und Aufbauen des Hochdruck-Kajaks Tribord Expedition 1P dauert in der Regel etwa 8–10 Minuten, einschließlich der Montage des fußgesteuerten Ruders und des Sitzes. Die Schritte sind einfach zu befolgen und erfordern kaum Fummelei, sobald man die Reihenfolge einmal verinnerlicht hat. Das Zusammenpacken kann etwas kniffliger sein. Während Tribord empfiehlt, es „über die Oberseite“ zu falten, ziehen wir es vor, es so zu falten, wie das X500 geliefert wird – über die Seiten –, um die Nähte zu schonen. Es wieder in die Tasche zu bekommen, ist möglich, erfordert aber etwas Übung, und wir brauchten manchmal Gurte, um es so weit zusammenzudrücken, dass es ordentlich hineinpasste. Der Vorteil ist jedoch, dass das Trocknen einfacher ist als beim X500, da die meisten Trennwände trocken bleiben und nur der mittlere Abschnitt abgewischt werden muss.
Portabilität - Für ein so großes Kajak ist die Transportfähigkeit hervorragend. Mit etwas mehr als 21 kg plus einem 1,5 kg schweren Rucksack ist es zwar nicht ultraleicht, lässt sich aber dennoch problemlos im Auto oder Zug transportieren oder in einer kleinen Wohnung verstauen. Der mitgelieferte Rucksack ist robuster und besser gepolstert als bei früheren Itiwit-Modellen und verfügt über zusätzliche Fächer und Verstellmöglichkeiten, die den Transport komfortabler machen. Die Tasche lässt sich sogar zusammenfalten, um sie während der Fahrt in einer Staufach zu verstauen. Ein Trolley ist separat erhältlich, falls man das Kajak lieber rollen als tragen möchte.
Komfort - Der Komfort ist eine der größten Verbesserungen gegenüber dem älteren X500. Der neue Sitz wurde für längere Touren neu gestaltet und verfügt über eine Rückenlehne, die auch die Hüften stützt, sowie eine bessere Kniehalterung für effizientes Paddeln. Größere Personen müssen die Ruderkabel möglicherweise leicht anpassen, um die optimale Passform zu erzielen, aber sobald dies erledigt ist, fühlt sich das Cockpit gut durchdacht an. Auch wenn der schmale Rumpf für kräftigere Paddler etwas eng wirken mag, bietet der Sitz insgesamt ausreichend Halt für mehrtägige Touren. Der Stauraum ist ebenfalls großzügig bemessen, mit zwei wasserdichten Fächern und Deckfläche, die rund 300 Liter Nutzvolumen bieten. Wir haben zwar festgestellt, dass die Luken nicht vollständig wasserdicht sind, doch lässt sich dieses Problem durch die Verwendung von Packsäcken leicht lösen.
Fazit - Das Tribord X900 ist ein ambitioniertes Schlauchboot, das für seine Größe beeindruckende Geschwindigkeit, Kursstabilität und Transportfreundlichkeit bietet. Es ist für die meisten Paddler tatsächlich in der Lage, ein Tourenkajak mit festem Rumpf zu ersetzen, insbesondere für diejenigen, die ein expeditionstaugliches Boot suchen, das dennoch in einen Rucksack passt. Anfänger werden zwar etwas Zeit brauchen, um sich an den schmaleren, leistungsorientierten Rumpf zu gewöhnen, doch für fortgeschrittene bis erfahrene Paddler ist dies ein leistungsfähiges Kajak, das sowohl praktisch als auch leistungsstark ist.