Grabner Tramper Kajak

Fazit

Preis zur Zeit der Erstellung | 2690,00 €

Gesamtbewertung | 80 von 100

Pros - Stabilität, solide Verarbeitung, kompakt, gutes Fahrverhalten, komfortabel

Cons - Keine Transporttasche, keine Flossenhalterung und das Ruder ist zu eng für zwei große Personen

Fazit - Ein Premium-Kajak, bei dem der Lieferumfang für diesen Preis etwas umfangreicher sein könnte

Technische Daten

Größe aufgestellt - 400 × 90 cm

Gewicht - 16,5 kg

Tragfähigkeit - 200 kg

Größe verpackt - 55 x 35 x 20 cm

Unsere Analyse & Bewertungen

Das Grabner Tramper ist ein breites, flaches, aufblasbares Zweier-Kajak, das am Einstiegsende der Grabner-Produktpalette angesiedelt ist, auch wenn der Begriff „Einstiegsmodell“ angesichts eines Preises von rund 2.600 € etwas übertrieben wirkt. Es besteht aus hochwertigem EPDM-Gummi, ist 400 cm lang und bemerkenswert breite 90 cm breit und richtet sich eindeutig an Paddler, die maximale Stabilität gegenüber Geschwindigkeit bevorzugen. Der erste Eindruck ist stark, die Verarbeitungsqualität springt sofort ins Auge und es ist die Art von Boot, die Lust macht, sofort aufs Wasser zu gehen.

Performance - Selbst bei starkem Wind und ohne Finne oder Ruder hielt es den Kurs recht gut und fuhr besser geradeaus, als man es von einem so flachen, breiten Rumpf erwarten würde. Die niedrigen Seiten wirken sich bei windigen Bedingungen sogar vorteilhaft aus, da der Wind im Vergleich zu Modellen mit höheren Seiten wie dem Gumotex Sea Wave weniger Angriffsfläche findet. Allerdings gerät man ziemlich schnell vom Kurs ab, wenn man das Paddel loslässt – das liegt einfach in der Natur jedes Schlauchboots bei Wind. Ein Rudersystem würde hier einen echten Unterschied machen, und Grabner bietet auch eines als Sonderausstattung an, aber die Tatsache, dass es nicht im Lieferumfang enthalten ist, ist etwas ärgerlich. Das Tramper ist für Wildwasser der Klasse II zugelassen, und seine Stabilität sowie seine robuste Konstruktion untermauern dies. Es ist kein schnelles Tourenboot, und die Breite von 90 cm bedeutet, dass jeder, der auf der Suche nach einem schnellen, effizienten Paddelboot ist, sich anderweitig umsehen sollte. Die Breite des Tramper ist sein größtes Merkmal: Manche werden es lieben, andere finden es vielleicht eher einem Lastkahn als einem Kajak ähnlich.

Konstruktion - Der vulkanisierte EPDM-Gummi mit 1100 dtex ist wirklich erstklassig. Er ist UV-beständig, bei Kälte flexibel, abriebfest und hat eine Haptik (Optik und Griffigkeit), die einen innehalten und ihn bewundern lässt, noch bevor man ihn überhaupt ins Wasser bringt. Die Nahtkonstruktion ist hervorragend, und dank drei separater Luftkammern (zwei Seitenrohre und eine Bodenkammer) behält das Boot seine Form und bleibt auch nach längerem Gebrauch luftdicht. Der Betriebsdruck von 0,3 bar (4,3 psi) ist für ein Schlauchboot hoch, was zu einem Rumpf führt, der sich unter den Füßen beeindruckend steif anfühlt. Grabners cleverer Druckentlastungsadapter ist ebenfalls eine raffinierte Lösung: Anstelle eines festen, im Boot eingebauten Überdruckventils befestigt man den Adapter während des Aufpumpens an der Pumpendüse, und er entlüftet automatisch, wenn der Druck zu hoch wird. Das ist eine clevere Idee, allerdings muss man daran denken, sie zu verwenden, da ein Versäumnis dazu führen kann, dass die Garantie erlischt. Ein kleiner Kritikpunkt: Es gibt nur sehr wenige Befestigungspunkte am Rumpf. Lediglich die unverzichtbaren D-Ringe für die Sitze sowie ein paar am Bug und Heck. Wer eine GoPro, eine Flossenhalterung oder zusätzliche Ausrüstung montieren möchte, muss improvisieren.

Auf-/Abbau - Grabner gibt eine Aufbauzeit von sieben Minuten an, was realistisch erscheint, sobald man es ein paar Mal gemacht hat. Drei Kammern aufpumpen, Sitze einrasten, Fußstützen ausrichten – fertig. Der Überdruckadapter ist eine durchdachte Idee zum Aufpumpen, auch wenn es ohne Zange etwas fummelig ist, ihn am Pumpenschlauch zu befestigen. Das Zusammenpacken ist ebenso unkompliziert, und das EPDM-Gummi trocknet schnell, sodass man kein durchnässtes Durcheinander in eine Tasche stopfen muss. Eine Sache, die man vorab beachten sollte: Die Transporttasche ist nicht im Lieferumfang enthalten. Bei einem Boot in dieser Preisklasse wirkt das wie ein echtes Versäumnis, und das ist etwas, worum sich Grabner wahrscheinlich kümmern sollte. Die Kosten für eine Tasche muss man separat einkalkulieren.

Portabilität - Zusammengepackt misst das Tramper nur 55 x 35 x 20 cm und ist damit für ein Boot, das zwei Personen und 200 kg Ladung tragen kann, beeindruckend kompakt. Mit einem Gewicht von 16,5 kg lässt er sich von einer Person gut handhaben, und die Haltegriffe an Bug und Heck erleichtern den Transport an Land. Es passt problemlos in die meisten Kofferräume, und dank der geringen Packmaße eignet es sich hervorragend für Reisen, Camping und die Aufbewahrung in der Wohnung. Der Strandwagen ist eine praktische Ergänzung, um es vom Auto zum Wasser zu transportieren, auch wenn die Befestigung am Heck des Bootes ohne einen speziellen Befestigungspunkt etwas improvisiert ist.

Komfort - Die Sitze sind fest eingebaut (nicht aufblasbar) und bleiben beim Ein- und Aussteigen in Position; zudem ist der Neigungswinkel der Rückenlehne verstellbar. Die stufenlos verstellbaren Fußstützen sind gut durchdacht und machen bei längeren Paddeltouren einen echten Unterschied, sowohl was den Komfort als auch die richtige Paddelhaltung angeht. Für einen Paddler von etwa 180 cm ist die hintere Sitzposition in der Zweierkonfiguration etwas eng, was die Beinfreiheit angeht, und die Knie sind deutlich angewinkelt; größere Paddler sollten dies bei längeren Touren berücksichtigen. Beim Solo-Paddeln sieht es anders aus: Es gibt reichlich Platz für Ausrüstung, man kann sich ausstrecken und das Boot vermittelt ein sehr entspanntes Gefühl. Durch die niedrigen Seiten fühlt man sich dem Wasser sehr nah, was manche Menschen genießen werden, andere hingegen nicht. Was die Stabilität angeht, ist das Boot außergewöhnlich. Man müsste sich schon sehr anstrengen, um dieses Boot zum Kentern zu bringen.

Fazit - Das Grabner Tramper ist ein gut verarbeitetes, stabiles und wirklich spaßiges aufblasbares Kajak. Die EPDM-Konstruktion spielt in einer ganz anderen Liga als preisgünstige PVC-Boote, und die Leistung auf dem Wasser ist selbst unter Testbedingungen besser, als sein breites, flaches Profil vermuten lässt. Doch der Preis ist kaum zu übersehen. Mit 2.300 € bewegt es sich im Mercedes-Segment, und für diesen Preis würde man vernünftigerweise erwarten, dass eine Transporttasche, eine Finnenhalterung und idealerweise ein Ruder im Lieferumfang enthalten sind. Das ist jedoch nicht der Fall. Bei einem Boot, das als Einsteiger-Kajak vermarktet wird, fühlt sich das wie eine Kluft zwischen Werbung und Realität an.

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